Die Ziegelindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Welche technischen und wissenschaftlichen Ansätze die Branche auf diesem Weg unterstützen können, steht im Mittelpunkt des IZF-Seminars 2026 des Instituts für Ziegelforschung Essen e. V. (IZF).
Unter dem Titel „Ziegel im Wandel – Innovationen für eine nachhaltige Zukunft“ findet das Seminar am 29. und 30. September 2026 im Hotel Essener Hof in Essen statt. Das zweitägige Programm verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit praxisnahen Entwicklungen aus Industrie, Forschung und Prüfung.
Von EPDs bis zur elektrischen Beheizung
Der erste Seminartag widmet sich insbesondere den aktuellen technologischen und ökologischen Herausforderungen der Ziegelproduktion. Den Auftakt bildet der Vortrag „EPDs 2026 – Entwicklungen, Änderungen und Ausblick“. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der nachhaltigen Nutzung von Recyclingstoffen, Feinfraktionen aus dem Baustoffrecycling und der Nutzung calcinierter Ziegeltone für die Zementindustrie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Energieeffizienz und Dekarbonisierung von Thermoprozessanlagen. Eine Pinch-Analyse des Kammertrockners zeigt Ansätze zur Ermittlung des Leistungsbedarfs einer Wärmepumpe. Darüber hinaus stehen regenerative Gase und Brennertechnik, die interne Atmosphärenumwälzung bei elektrischer Beheizung sowie die Materialalterung und Auslegung elektrischer Widerstandsbeheizungen auf dem Programm.
Mit dem Vortrag „Elektrischer Heißlufterzeuger für den Brennprozess der Ziegelindustrie zur Dekarbonisierung“ wird zudem eine Technologie vorgestellt, die das Potenzial elektrischer Prozesswärme für die Ziegelproduktion aufgreift.
Forschung, Normung und Digitalisierung
Der zweite Seminartag richtet den Blick stärker auf Prüfungen, Normen, Bauforschung und innovative Bauweisen. Neben den Service- und Dienstleistungsangeboten des IZF werden aktuelle Entwicklungen bei Prüfungen und Normen vorgestellt. Beiträge aus der Bauforschung beschäftigen sich unter anderem mit dem Nachweis von Gebäuden aus Ziegelmauerwerk, rückbaubarem Trockenmauerwerk und ressourcenschonenden Ausführungsweisen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Digitalisierung: Ein Vortrag stellt die Entwicklung eines digitalen Vorhersagetools für thermische, akustische und strukturelle Eigenschaften von Hochlochziegeln vor. Damit wird deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit der Ziegelindustrie nicht allein durch neue Energietechnologien bestimmt wird, sondern auch durch innovative Materialien, digitale Werkzeuge und neue Baukonzepte.
Austausch zwischen Forschung und Praxis
Das IZF-Seminar versteht sich dabei nicht ausschließlich als reine Vortragsveranstaltung. Die Beiträge von Referentinnen und Referenten aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen schaffen eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Diskussion aktueller Entwicklungen.
Zu den Gastreferenten gehören unter anderem Vertreter der Leipfinger-Bader GmbH, OWI Science for Fuels gGmbH, Heatrix GmbH, des Instituts für CO₂-arme Industrieprozesse des DLR, QSM Essen, der RWTH Aachen, der TU Dortmund und der FH Münster.
Nach dem ersten Seminartag lädt das IZF die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abendessen in das Institut ein. Damit bietet die Veranstaltung neben dem fachlichen Programm auch Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung innerhalb der Branche.
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Das IZF-Seminar 2026 findet am 29. und 30. September 2026 im Hotel Essener Hof in Essen statt.
Das IZF lädt Fachleute aus der Ziegel- und Keramikindustrie, Forschung, Planung und angrenzenden Bereichen dazu ein, gemeinsam über die Technologien, Rahmenbedingungen und Innovationen zu diskutieren, die den Ziegel von morgen gestalten werden.
IZF-Seminar 2026 – Ziegel im Wandel. Innovationen für eine nachhaltige Zukunft.


